Transformationsdruck bei immobilienwirtschaftlichen Unternehmen!

| 8. April 2016 | Kommentieren
Professor Dr. Peter Russo vom Institute for Transformation in Business and Society (INIT), Bild: https://www.youtube.com/watch?v=LRz3TywUA7I

Professor Dr. Peter Russo vom Institute for Transformation in Business and Society (INIT), Bild: https://www.youtube.com/watch?v=LRz3TywUA7I

Innovationsbarometer 2016 der Immobilienwirtschaft

Von Friedrich Walstadt

München – Das Innovationsbarometer der Immobilienwirtschaft 2016 kommt zu dem Resultat, dass ein steigender Transformationsdruck die deutschen immobilienwirtschaftlichen Unternehmen zunehmend unter Zugzwang setzt. Das Institute for Transformation in Business and Society (INIT) erstellte das Barometer in Zusammenarbeit mit dem Real Estate Management Institute (REMI) der EBS Universität mit Unterstützung der Real I.S. AG auf Grundlage einer Auswertung von Interviews mit Experten aus den Teilgebieten Investment, Finanzierung und Dienstleistung. Das Innovationsbarometer soll künftig jährlich erhoben werden, um die Notwendigkeit zur Anpassung der jeweiligen immobilienwirtschaftlichen Subsektoren zu messen und damit gleichzeitig die Notwendigkeit von Innovationen darzustellen. Als wesentliche die Branche beeinflussende Ursachen wurden neue Technologien, sich verändernde Kundenwünsche, steigende Regulierungen durch das gesetzliche Umfeld und erschwerter Wettbewerb durch zunehmend gleichartige Produkte ausgemacht.

Besonders im Subsektor Investment führen gesetzliche Vorschriften wie Basel III oder Solvency II zu kostenintensiven Auflagen, die sich in neuen Systemen, Abteilungen und Personal niederschlagen. Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen und die Etablierung von Internet-Plattformen hatten im Privatkunden-Bereich bereits einen erheblichen Anpassungsbedarf bei Hausverwaltungen oder z.B. dem traditionellen Maklergeschäft erwarten lassen. „Den höchsten Druck konnten wir bei den immobilienwirtschaftlichen Investoren messen, dicht dahinter folgen Finanzierer, mit etwas Abstand die immobilienwirtschaftlichen Dienstleister“, äußerte sich Prof. Dr. Peter Russo, der Direktor des INIT. Laut Innovationsbarometer vollziehen sich auf der Kundenebene bereits spürbare Veränderungen, indem zum Beispiel Kunden in Geschäftsprozesse  tiefer eindringen und mehr oder schneller Informationen einfordern. In vielen Fällen unterscheiden sich die Produkte der Marktteilnehmer nicht mehr vorrangig durch Zusatzleistungen, sondern hauptsächlich über den Preis, wodurch eine fehlende Differenzierung zur Erwartung von mehr Leistungsangebot zu geringerem Honorar führte.

Die große Herausforderung für die Immobilienwirtschaft wird in der Abkehr von der prozessgetriebenen risikoscheuen Kultur einer immerwährenden Konzentration auf schrittweise Verbesserungen bereits bestehender Prozessabläufe liegen, welches aber nicht als wirkliche Innovation zu bezeichnen ist. Wenngleich das Innovationsbarometer bis dato zwar noch keine konkreten Anzeichen für brisante Disruptionen erkennt, könnten dennoch im vorgenannten Sinne auch etablierte Unternehmen mit bislang noch funktionierenden Geschäftsmodellen wesentliche zukunftsträchtige Weichenstellungen versäumen. Jochen Schenk, Vorstand der Real I.S. und Experte für die Sektoren Investment und Finanzierung, spricht dem Personal eine bedeutende Rolle in der Auflösung des Innovationsdilemmas zu, wenn er feststellt: „Wir brauchen als Branche Mitarbeiter, die traditionelle Strukturen in Frage stellen, damit die Immobilienwirtschaft langfristig erfolgreich bleibt.“

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Kategorie: Allgemein, Immobilien

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