Übergroße Koalition für die Homo-Ehe

| 28. Juni 2017 | Kommentieren

Union beugt sich dem Druck

Angela Merkel, Foto: Tobias Koch - OTRS

Angela Merkel, Foto: Tobias Koch – OTRS

Berlin – Die Union scheint abermals einzuknicken. In gesellschaftspolitischen Fragen gibt es zwischen den im Bundestag vertretenen Parteien kaum noch nennenswerte Unterschiede. Hatten die verbliebenen konservativen Elemente in der Union bislang verhindern können, dass auch CDU und CSU sich offensiv für die Einführung der Homo-Ehe stark machen, ist dieser Widerstand nun offenbar gebrochen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will wohl verhindern, dass SPD, Linke und Grüne die sogenannte „Ehe für alle“ zu einem Wahlkampfthema machen.

Merkel räumte nun ein, dass sie nicht gegen die Einführung der Homo-Ehe sei. Es soll schon bald eine Abstimmung im Bundestag geben – ohne den sogenannten Fraktionszwang. Selbst der sich gerne wertkonservativ gebärdende CSU-Chef Horst Seehofer scheint gegen dieses Vorgehen nichts einzuwenden zu haben.

Ursache dieses Kursschwenks der Union könnte der wachsende Druck der potentiellen Koalitionspartner sein. So hatte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) verkündet, seine Partei werde „ganz sicher keinen Koalitionsvertrag unterzeichnen, in dem die Ehe für alle nicht drin ist“.

Auch die Grünen hatten auf ihrem jüngsten Bundesparteitag beschlossen, die Einführung der Homo-Ehe zur Bedingung für die Bildung einer Regierungskoalition mit grüner Beteiligung zu machen. Selbst FDP-Chef Christian twitterte: „Ich werde meiner Partei empfehlen, die #Ehefüralle als Koalitionsbedingung für die #btw17 festzuschreiben.“

Diesem Druck war die Union nun offensichtlich nicht mehr gewachsen und tauschte das Streben nach Machterhalt gegen den kümmerlichen Restbestand konservativer Überzeugung ein.

Die Entscheidung für die Homo-Ehe wäre nicht nur ein gesellschaftspolitisches Symbol, sondern würde auf ein Experiment auf dem Rücken vieler Kinder hinauslaufen, wäre die Gleichstellung mit der Ehe doch ein weiterer Schritt in Richtung eines völlig aufgeweichten Adoptionsrechts, in dessen Folge homosexuelle Ehepaare Kinder adoptieren und großziehen dürften.

Welche Folgen dies für die psychische und emotionale Entwicklung der betroffenen Kinder hätte, ist überhaupt nicht absehbar.

Torsten Müller

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Kategorie: Allgemein, Politik

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