VDI-Präsident Udo Ungeheuer fordert mehr Transparenz für Abschlüsse!

| 21. März 2016 | Kommentieren
VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer wurde vom VDI-Präsidium für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. (Bild: VDI)

VDI-Präsident Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer wurde vom VDI-Präsidium für weitere drei Jahre im Amt bestätigt. (Bild: VDI)

Studie zur Bologna-Reform

Berlin – Das Institut für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE Innovation & Technik GmbH erarbeitete zusammen mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) eine Studie zum Thema „15 Jahre Bologna-Reform – Quo vadis Ingenieurausbildung?“ Befragt wurden 1300 Studierende der Ingenieurwissenschaften, knapp 400 Hochschullehrende, mehr als 1400 Fach- und Führungskräfte in Unternehmen sowie gut 250 Absolventen, die kürzlich in den Beruf eingestiegen sind. Wenngleich sich zwar die Wirtschaftsvertreter mit der Bologna-Reform einigermaßen abgefunden zu haben scheinen, bestehen dennoch nach wie vor wesentliche Herausforderungen, um die hohe Qualität der Ingenieursausbildung auch künftig sicherzustellen. Hierzu gehört insbesondere eine Verbesserung in der Berufsvorbereitung. Die Arbeitgeber beklagen laut der Studie bei 43 % der Bachelor- und bei 37 % der Master-Absolventen in teils sehr starkem Ausmaß fehlende Praxiskenntnisse. Sowohl seitens der Unternehmen, als auch der Hochschullehrenden wird deshalb die praxisnahe Ausbildungsform der dualen Studiengänge zu jeweils mehr als zwei Dritteln als gut bis sehr gut beurteilt.

Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, formulierte den Handlungsbedarf mit den Worten: „In der Ingenieurausbildung muss die Praxisorientierung weiter ausgebaut werden. Die Fachhochschulen zeigen, dass mehr Praxis im Studium möglich ist. Auch die Bedeutung des dualen Studiums ist bei Hochschullehrenden und Unternehmen unumstritten.“ Immerhin gaben 69 % der befragten Führungskräfte von Unternehmen an, durch duale Studiengänge gute bis sehr gute Nachwuchskräfte gewonnen zu haben. Jedoch weiß aufgrund des vielfältigen Angebots von spezialisierten Bachelor-Studiengängen und einem fehlenden einheitlichen akademischen Grad für Ingenieurstudiengänge fast jeder vierte Studierende nicht, ob er später überhaupt berechtigt ist, die Berufsbezeichnung Ingenieur tragen zu dürfen. Deshalb fordert VDI-Präsident Professor Dr.-Ing. Udo Ungeheuer mehr Transparenz in die Abschlüsse zu bringen, indem die akademischen Grade Bachelor und Master of Engineering oder Master of Science in Engineering eingeführt werden sollten. „Mit solchen einheitlichen Graden wird es gelingen, die Marke „German Engineering“ für die Zukunft weiter zu stärken“, bekräftigt der VDI-Präsident seine Forderung.

Ein weiteres wesentliches Defizit machte die Studie im Bereich von Forschung und Auslandserfahrung aus. Sogar die Lehrenden selbst bezeichneten nur zu 41 % die Vermittlung von Forschungsmethoden in speziellen Lehrveranstaltungen der Universitäten als gut bzw. sehr gut. Die Studierenden hingegen sind nur zu 25 % der Ansicht gut auf eine Promotion vorbereitet zu sein. Fast 80 % der Bachelor- und Master-Studierenden antworten zudem, über keinerlei Auslandserfahrung zu verfügen. Und über die Hälfte aller Studierenden erhielt in ihrem Studium keine oder kaum die Förderung von Fremdsprachen.

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Kategorie: Allgemein, Wirtschaft

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