Vom Vorzeigemigranten der „Antirassismusbewegung“ zum Unterstützer von Patrioten?

| 20. Juni 2016 | Kommentieren

Politischer Frontenwechsel?

von Abrecht Lose

Michél Dinzey

Michél Dinzey

Hamburg – Der einstige Vorzeigemigrtant und Ex-Kikker vom FC St. Pauli Michél Dinzey reihte sich am 15. Juni bei einer Protestbewegung im sächsischen Einsidel ein. Dabei handelte es sich jedoch entgegen aller Erwartungen nicht um eine Antirassismusdemonstration, was eher bei diesem „Aushängeschild des Antirassismus“ zu vermuten gewesen wäre, sondern um eine Demonstration von Patrioten, die sich über Merkels „Wir sachaffen das“-Politik verständlicherweise Sorgen machen.

Natürlich stieß die Beteiligung des „St. Pauli-Vorzeigemigrants“ an diesem Protestzug auf wenig Gegenliebe bei seinen Fans und seinem Ex-Verein FC St. Pauli. So hagelten auf dem Facebookprofil des ehemaligen Profifußballers Kommentare, die seine Teilnahme heftig kritisierten, nachdem er seine Teilnahme an dem Protestzug bei Facebook „postete“. Mit „demokratischem“ Verständnis schrieb ihm zudem der FC St. Pauli einen Brief, in welchem es heißt:

„Mit Erschecken mussten wir feststellen , dass Sie sich mittlerweile im Umfeld der so genannten ‚besorgten Bürger‘ bewegen und deren dumpfen Parolen weitertragen.

Als Spieler unserer Traditionself und Mensch,der sich bisher immer gern mit dem Geist des Millerntor präsentiert hat, erwarten wir an dieser Stelle, gerade im öffentlichen Raum, jedoch eher den Grundkonsens unseres Vereines, antifaschistisch, antirassistisch und gegen Diskriminierung.

Einen ‚unserer‘ Spieler als Bannerträger auf einer Demo zu sehen, deren dumpfes, populistisches Auftreten, egal unter welchem Namen, bundesweit fließend zwischen Besorgnis, Rechtsoffenheit und purem Neonazitum daherkommt, erschüttert uns. Wir wollen mit ihnen nichts mehr zu tun haben und erwarten auch keinerlei Auftritte mehr im Dress und im Umfeld des FC St. Pauli. Wenn ihre gesellschaftspolitische Auffassung sich für so eine Demo entscheidet ist das Ihre Sache, natürlich, nur bleiben Sie dann unserer Sache fern. Den Ehrenrat des Vereines haben wir über unsere Auffassung dahingehend informiert.

Sie passen so nicht ans Millerntor.

In unserem Verein gilt weiterhin : Kein Fußball den Faschisten. Niemals!

Fanclubsprecherrat FC St. Pauli

Juni 2016″

An diesem Schreiben ist interessanterweise zu sehen, wie das Demokratieverständnis bei links-grüngefärbten Vereinen usw. beschaffen ist. Tritt der FC St. Pauli doch immer offen als linker Verein in Erscheinung, wie selbst das obige Schreiben bekundet. Sofort wird eine Person, welche nicht mehr ganz ihrer Meinungsdoktrin entspricht, zur unerwünschten Person erklärt. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob sie einen Migrationshintergrund aufweist.

Dinzey selbst dementierte eine Beteiligung an einer rechten Demo und sagte, daß er„nichts Rechtes gesehen“ habe und sogar gute Gespräche mit den Leuten führte. Da er aber wahrscheinlich dem Druck des „Shitstorms“ vermeintlicher Demokraten nicht mehr Stand halten konnte, entfernte er das Bild mit der Demo dennoch von seiner Pinnwand. Des Weiteren erwähnte er, daß er wegen seiner Beteiligung nicht soviel Hass erwartet hätte.

Quellen:

http://www.mopo.de/news/panorama/st–pauli-legende-bei-rechten-demo-eklat-um-mich%C3%A9l-dinzey–so-sauer-sind-die-fans-24251272

http://www.mopo.de/news/panorama/ex-kiezkicker-mich%C3%A9l-dinzey-st–pauli-legende-marschiert-mit-rechten-24249620

Kategorie: Allgemein, Politik

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