Vorstand Günter Döring sieht OGI AG als Profiteur der Marktbereinigung!

| 4. April 2016 | Kommentieren
OIL & GAS INVEST AG unter Günter Döring

OIL & GAS INVEST AG unter Günter Döring

Öl- und Gasmarkt

Von Rüdiger Dietrich

Frankfurt am Main – Die 2010 gegründete Oil & Gas Invest AG betreibt über ihre 100-prozentige Tochtergesellschaft, die OGI Holding Corp., zahlreiche Öl- und Gasprojekte im Süden der USA, wo auf ca. 45 Quadratkilometer Mineral- und Schürfrechte erworben wurden. Basierend auf einem Mineralwertgutachten auf Grundlage modernster Messmethoden geht das Unternehmen von größeren Öl- und Gasvorhaben in den Projektgebieten aus. Laut Äußerungen des Unternehmensvorstands Günter Döring, der Ende September vergangenen Jahres Jürgen Wagentrotz in diesem Amt ablöste, wurden nahezu die gesamten Vorbereitungstätigkeiten der letzten Jahre aus eigenen Kapitalrücklagen der OGI AG in Höhe von 23 Mio. € finanziert. Aufgrund der weitgehend abgeschlossenen Explorationstätigkeiten geht das Unternehmen noch in diesem Jahr von nennenswerten Produktionen aus. Das Unternehmen befindet sich nach wie vor in einer Investitionsphase und platzierte erst Mitte Februar eine Unternehmensanleihe am Markt. Die Emissionen sollen 30 Mio. € für den Kapitalnehmer erbringen und neben administrativen Zwecken größtenteils in weitere Explorationsbohrungen in Nordamerika fließen.

Vom niedrigen Ölpreis sieht die OGI AG ihr Geschäftsmodell nicht bedroht, vielmehr beruft man sich dort darauf, selbst angesichts „weiter drastisch sinkender Ölpreise“ dennoch „äußerst profitabel produzieren (zu) können“, wie sich erst jüngst Vorstand Günter Döring zitieren ließ. Unternehmensseitig werden von der Förderung bis zur Raffinerie die maximalen Gesamtförderkosten je Barrel mit um die 25,- $ angegeben und auf den Wegfall der Vertriebskosten aufgrund der staatlichen Abnahmegarantien in den USA verwiesen. Zudem geht man bei der OGI AG von mittelfristig deutlich steigenden Ölpreisen aus und sieht sich als Profiteur der durch die Niedrigpreisphase ausgelöste Marktbereinigung. Auch betreibt die OGI AG keine teuren Schieferölförderungen oder Offshore-Anlagen, sondern kostengünstigere Onshore-Bohranlagen, wodurch sie mehr Flexibilität geltend macht, bei der Anpassung der Fördermenge an den jeweils aktuellen Ölpreis. Angeblich soll es noch im April zu einem Treffen der OPEC-Länder mit ihren Konkurrenten kommen, was jedoch noch lange nicht heißt, dass dabei zu einer Einigung gelangt wird. Das enorme Überangebot am Markt  könnte daher noch länger bestehen bleiben. Die Vorräte in den OECD-Ländern liegen mit inzwischen 3,1 Milliarden Barrel deutlich über dem Schnitt. Aus Iran war zu vernehmen, dass es keine Kürzung der Förderung vorsehe, sondern im Gegenteil die Fördermenge bis Jahresende um täglich weitere  500.000 Barrel aufzustocken gedenkt. Der Ölpreis der US-Sorte WTI rutschte wieder deutlich unter die Marke von 40 $ je Barrel.

Die in diesem Marktumfeld seit Februar zeichenbare OGI-Unternehmensanleihe bietet Kapitalanlegern eine im derzeitigen Zinsumfeld respektabel erscheinende Rendite von 8,25 % p. a. bei vierteljährlicher Auszahlung. Allerdings korreliert das Ölgeschäft nicht unwesentlich von der weltwirtschaftlichen Entwicklung, sowie sich die Unternehmensprojekte erst in der Explorationsphase befinden, weshalb in Erwägung gezogen werden darf, dass sich eine Kapitalbeschaffung womöglich als schwierig gestalten könnte, wenn nicht eine gewisse Renditeerwartung in Aussicht gestellt wird. Mit einem Mindestanlagebetrag von nur 1000,- € richtet sich der Mini-Bond unübersehbar vor allem auch an den Kleinanleger. Eine vorzeitige Rückzahlung der Anleihe ist laut Anleihebedingungen ab dem 30. Dezember 2018 möglich, die reguläre Laufzeit endet am 14.02.2021. Zur Einführung des Produkts setzte das Unternehmen auf umfangreiche Marketing-Maßnahmen. Eine Beschränkung für die Höhe des Fremdkapitals, das die Emittentin aufnehmen darf, besteht laut Wertpapierprospekt nicht sowie die Schuldverschreibungen vorzeitig zurückbezahlt werden können, wodurch der Anleihegläubiger ggf. den erwarteten Ertrag nicht in vollem Umfang erhielte. Die Anleihe ist nicht börsennotiert, doch will man bei OGI AG angeblich noch darüber entscheiden, ob die Anleihe noch vor Ablauf der Zeichnungsfrist an der Börse notiert werden soll. Die Anleihe wird in Deutschland, Österreich und Luxemburg angeboten. Der vollständige Wertpapierprospekt ist über den Internetauftritt der OGI AG einsehbar und wurde von der Luxemburgischen Wertpapieraufsichtsbehörde CSSF genehmigt und an die BaFin und FMA notifiziert. Günter Dörings Amtsvorgänger als OGI-Vorstand, Jürgen Wagentrotz, ist nach wie vor Hauptaktionär der OGI AG.

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Kategorie: Allgemein, Finanzen

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