weeConomy AG: nur ein weiteres Vertriebssystem oder win-win-Chance?

| 13. Februar 2016 | Kommentieren

da388805d72915b428bc7670a13b37e3_XLKreuzlingen – Die Motivation für die Nutzung der Rabatt- und Bonussysteme ist vor allem in attraktiven Prämien und zusätzlicher Ersparnis begründet, wobei das System eine umso höhere Kundenakzeptanz aufweist, je einfacher und nachvollziehbarer sich die Bonusauszahlung gestaltet. Verbraucher bevorzugen dabei eindeutig entweder die Direktzahlung mit den gesammelten Punkten, die Auszahlung in Form von Gutscheinen oder direkte Rabatte in Prozent oder Euro. eine deutlich geringere Akzeptanz weisen komplizierte Formen der Bonusauszahlung wie Rabattstaffelung bei steigender Punktezahl oder exklusiver Service statt einer Ersparnis auf. Das in bisher 24 Ländern eingeführte Cashback-System der weeConomy AG ist eine Kombination von Mobil-Commerce, weltweitem E-Commerce, Franchising und die Einbindung von stationärem Handel und Dienstleistern, wobei Wert auf eine überschaubare Struktur gelegt wird. Ähnlich und mit ähnlichem Personal warb bereits FlexCom und es wird mit einiger Spannung beobachtet werden, ob weeConomy das halten wird, was schon FlexCom versprach.

Community, commerce, commitment lauten die Grundpfeiler des weeConomy-Manifests, das ein Einkaufsbonussystem, nach der Maßgabe „Das Ganze ist mehr als nur die Summe seiner Teile“ durchsetzen möchte. Hinter dem beworbenen Vertriebssystem steht seit nun gut einem Jahr Rudolf Engelsberger als weeConomy-Geschäftsführer, der vorher dieses System bereits bei FlexCom zum Marktdurchbruch führen wollte. Entscheidend für den Erfolg dürfte sein, inwiefern bereits eine gewisse Marktsättigung betreffend solcher Bonusmodelle eingetreten ist, bzw. ob es weeConomy gelingt, beispielsweise mit seinem weePhone oder anderen Angeboten ein nachfrageorientiertes Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln. Neben der weeCard, über die der Nutzer beim Einkauf in allen weePartner-Shops seine wees als Bonuspunkte sammeln kann, ist ihm dies auch über das weePhone mit diesbezüglich vorinstallierter App möglich. Zusätzlich ist das weePhone mit besonderen Familien-Funktionen ausgestattet, die es ermöglichen für jedes ihrer Kinder einen eigenen Account anzulegen, mit dem genau definiert wird, welche Apps und Funktionen dieses Kind nutzen darf.

Das Geschäftsmodell gestaltet sich wie folgt: Bei jedem Einkauf eines weeConomy-Nutzers gibt ihm der Händler, der weePartner ist, einen selbst festgelegten Rabatt in Form von sogenannten wees. Ein Serviceentgelt in der gleichen Höhe zahlt er an die weeConomy AG. Der Kunde kann sich die wees beim nächsten Einkauf bei einem weePartner anrechnen lassen oder sich auf sein Konto auszahlen lassen. Selbst eine Erstattung in physischem Gold ist möglich. Doch auch aus Unternehmersicht soll sich die weePartnerschaft nicht nur werbewirksam oder mit Blick auf Kundenbindung auszahlen, sondern ebenfalls pekuniäre Vorteile bieten. Kauft ein weeMember bei einem anderen Geschäft ein, das ebenfalls weeConomy-Akzeptanzstelle ist, bekommt derjenige Händler, von dem der Kunde seine weeCard erhielt, einen Anteil des Serviceentgeltes seitens der weeConomy AG zurück.

Größtes Hindernis für die weitere Verbreitung von Bonus- und Rabattsystemen stellt jedoch die Weitergabe persönlicher Daten dar. 36 % aller Konsumenten machen noch so lockerer Ersparnisse ungern Angaben zu ihrer Person. Hierin könnte evtl. ein Wettbewerbsvorteil freizusetzen sein.

Rüdiger Dietrich

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Kategorie: Allgemein, Finanzen

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