Weizen, Sojabohnen, Mais ‒ nun auch Rallye bei den Agrarrohstoffen?

| 26. April 2016 | Kommentieren

WeizenAgrarrohstoffe

Von Hans Driesch

Chicago – Schon seit dem Januar 2016 haussieren Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin, nun allerdings könnten auch die Agrarrohstoffe ihren Boden gefunden haben und kräftig anziehen. „In der Flut steigen alle Boote“ stellten unlängst die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets mit Blick auf die Preisentwicklung bei Agrarrohstoffen fest. So befindet sich Weizen mittlerweile auf einem Sechsmonatshoch von mehr als 500 US-Cents je Scheffel, Mais auf einem Neunmonatshoch von mehr als 400 US-Cents je Scheffel und Soja mittlerweile auch auf einem Neunmonatshoch von mehr als 1000 US-Cent je Scheffel. Die Preise werden von starken Geldzuflüssen in die Rohstofffonds getrieben, beispielsweise an der Terminbörse „Chicago Board of Trade“, aber auch durch rohstoffspezifische Nachrichten wie die starken Regenfälle in Argentinien, die dazu geführt haben, dass derzeit erst 10 Prozent der argentinischen Sojabohnenernte eingebracht werden konnten, obwohl zu diesem Zeitpunkt ein Wert von 40 Prozent normal wäre.

Die Sojabohne gilt als die weltweit wichtigste Ölsaat, also als Nutzpflanze, deren Pflanzensamen zur Gewinnung von Pflanzenöl genutzt werden können. Außerdem werden Sojabohnen zur Gewinnung von Biodiesel und wegen ihres hohen Eiweißgehalts als wichtiges Futtermittel in der Tierhaltung genutzt. Argentinien ist weltweit der drittgrößte Sojaexporteur. Die Nachrichten aus dem Land hatten zuletzt dazu beigetragen, dass der Preisanstieg bei Sojabohnen innerhalb von zwei Wochen mit 15 Prozent besonders hoch ausgefallen war. Der Preis für Mais wiederum war zuletzt von Nachrichten über eine Dürre in Brasilien getrieben worden, dem drittgrößten Maisproduzenten weltweit, aber auch unabhängig von agrarrohstoffspezifischen Nachrichten lässt sich derzeit ein Aufwärtstrend in diesem Segment konstatieren. Dies lässt sich beispielsweise auch daran festmachen, dass Düngemittelhersteller wie die kanadische Gesellschaft Potash, der größte Kalisalzhersteller der Welt, und sogar die zuletzt arg gebeutelte deutsche K + S an den Aktienmärkten zulegen konnten.

Wer an der Trendwende bei Agrarrohstoffen teilhaben möchte, der kann dies bspw. über sogenannte „Exchange Traded Commodities“ (ETCs), also börsengehandelte Wertpapiere ohne Laufzeitbegrenzung, die die Preisentwicklung der verschiedenen Agrarrohstoffe exakt nachvollziehen. Anleger sollten sich allerdings der hohen Volatilität dieser Märkte bewusst sein.

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Kategorie: Allgemein, Finanzen

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