Wohnimmobilieninvestments bei institutionellen Anlegern bevorzugt

| 22. September 2016 | Kommentieren

Aufwärtstrend bei Unternehmensimmobilien hält an

Immobilienmarkt, Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Immobilienmarkt, Foto: Thorben Wengert / pixelio.de

Von Friedrich Walstadt

Berlin – Nachdem das Transaktionsvolumen bei Unternehmensimmobilien mit ca. 775 Mio. € im ersten Halbjahr 2016 den vergleichbare Vorjahreswert bereits um rund 27 % übertraf, darf von einem anhaltenden Aufwärtstrend am Investmentmarkt für diese Assetklasse gesprochen werden. Rund 33,5 % wurden in Produktions- und etwa 25 % in Transformationsimmobilien investiert. Verstärkt auf Wohnimmobilieninvestments setzen jedoch institutionelle Anleger in Deutschland, wie aus einer aktuellen Online-Umfrage, die RUECKERCONSULT im Auftrag von Engel & Völkers Investment Consulting durchführte, hervorgeht. Dies bedeutet allerdings nicht, dass mögliche bzw. bestehende Risikofaktoren ausgeblendet würden. Ungeachtet dessen lassen jedoch 41 % der Umfrageteilnehmer ihre Investitionsstrategie unverändert. Lediglich ein Fünftel wollen Gewinnmitnahmen durch Verkäufe erzielen, wohingegen 57 % der Befragten ihren Wohnimmobilienanteil in den nächsten zwölf bis 18 Monaten sogar weiter zu erhöhen beabsichtigen.

Als größte Risikofaktoren gaben rund zwei Drittel der Befragten Marktpreis- und Abwertungsrisiken, gefolgt von steigenden Leitzinsen mit 49 % an. Aufgrund des hohen Preisniveaus investieren 49 % nun verstärkt in B- und C-Städten sowie in Nischenprodukte. Dabei erwartet die Mehrheit der Experten ein Renditeniveau von vier bis fünf Prozent. Nach wie vor sind aber Objekte in A-Städten und den weiteren Ballungsregionen, bezüglich derer die höchsten Mietsteigerungen erwartet werden, mit rund 68 % stark nachgefragt. Am begehrtesten sind bei den Umfrageteilnehmern Wohnungen im mittleren Preissegment. Hoch im Kurs stehen bei den Anlegern Projektentwicklungen mit einem Anteil von rund 41 %. Bei der Entwicklung der Kaufpreise von Wohnimmobilien rechnen die Experten bei A- und B-Standorten mit großer Mehrheit mit weiter steigenden Preisen. In den C-Standorten rechnet eine, wenngleich geringere Mehrheit der Befragten dagegen mit gleichbleibenden bis rückläufigen Kaufpreisen. „Trotz der immer weiter steigenden Kaufpreise lassen sich offenkundig immer noch attraktive Renditen erzielen. Daher werden die Investoren auch mittelfristig ihr Wohnimmobilienportfolio ausbauen. Denn die für Investoren wichtigsten Kriterien – Werterhalt, Sicherheit und hohe Ausschüttungsrenditen – werden am besten mit Wohnimmobilien erreicht. Neben klassischen Wohnimmobilien werden mittlerweile einstige Nischenprodukte wie Pflegeheime oder studentisches Wohnen immer stärker von den Investoren nachgefragt“, erläutert Kai Wolfram, geschäftsführender Gesellschafter der Engel & Völkers Investment Consulting GmbH.

Zudem ist zu beobachten, dass die Mehrheit der Befragten ihre Investments auf bestimmte Zielgruppen wie Familien, Singles, Best Ager oder junge Menschen ausrichtet. Die Finanzierung gestaltet sich unterschiedliche. 48 % der Befragten finanzieren ihre Wohnimmobilieninvestments mit einem Fremdkapital von bis zu 50 %, knapp einem Fünftel genügt ein Fremdkapitalanteil von unter 40 % bei der Finanzierung. Rund 21 % nehmen jedoch auch Kredite zwischen 80 und 90 % des Wertes der finanzierten Objekte auf.

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Kategorie: Allgemein, Wirtschaft

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