Zahl der Drogentoten nimmt dramatisch zu

| 29. April 2016 | Kommentieren

DrogenDrogen auf dem Vormarsch

Von Torsten Müller

Berlin – Die Bundesregierung versuchte in den vergangenen Jahren immer wieder den Eindruck zu erwecken, dass die Gefahr durch Drogen in Deutschland deutlich geringer geworden sei. Doch nicht zuletzt der Fall des früheren innenpolitischen Sprechers der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, macht deutlich, wie weit vor allem der Konsum der gefährlichen Droge Crystal Meth bereits in die Mitte unserer Gesellschaft vorgedrungen ist. Beck wurde mit einem Tütchen der gefährlichen Substanz erwischt.

Crystal Meth wird in immer größeren Kreisen unserer Gesellschaft zur Leistungssteigerung verwendet, da die Droge wachhält und kurzfristig leistungssteigernd wirkt. Doch die gesundheitlichen Folgen sind dramatisch. Neben Herzkreislauferkrankungen kommt es zu vergleichsweise schnellem psychischen und physischen Verfall der Konsumenten. Darüber hinaus macht die Droge extrem schnell abhängig.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), und der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, haben nun den Jahresbericht 2015 zur Rauschgiftkriminalität vorgestellt, aus dem hervorgeht, dass sowohl die Zahl der Drogenkonsumenten als auch der Drogentoten deutlich zugenommen hat. So hat die Zahl der Drogentoten um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. 84 Prozent der insgesamt 1.226 Drogentoten waren Männer. Die Zahl der registrierten Straftaten im Zusammenhang mit Drogen hat um zwei Prozent auf 282.600 Fälle zugenommen.

Bei der Zahl der Drogentoten muss konstatiert werden, dass nach mehreren Jahren rückläufiger Zahlen nun bereits im dritten Jahr in Folge eine ansteigende Tendenz festzustellen ist. Problematisch sei auch, dass vor allem der Konsum harter Drogen wie Heroin (15 Prozent) und Kokain (sieben Prozent) zugenommen hat. Hochburgen des Konsums von Crystal Meth sind die grenznahen Regionen nahe Tschechien. Die Zahl der Personen, die im vergangenen Jahr an den Folgen des Crystal-Konsums starben, stieg im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent. Cannabis wird von vielen Drogenkonsumenten als Einstiegsdroge verwendet.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kündigte nun an, mit einem neuen Gesetz vor allem die Ausbreitung psychoaktiver Drogen verhindern zu wollen. Gröhe dazu wörtlich: „Mit dem weitreichenden Verbot neuer psychoaktiver Stoffe durchbrechen wir endlich den Wettlauf zwischen dem Auftreten immer neuer chemischer Varianten bekannter Stoffe und daran angepassten Verbotsregelungen im Betäubungsmittelrecht. Legal Highs sind verbotene und hochgradig gesundheitsgefährdende Stoffe.“

Man kann nur hoffen, dass es im Zusammenhang mit den nun erfolgenden Ankündigungen der Bundesregierung nicht wieder nur bei Lippenbekenntnissen bleibt. Der Kampf gegen Drogen muss sowohl repressive als auch präventive Maßnahmen umfassen. Eine wichtige und unverzichtbare Maßnahme hierbei ist die Wiedereinführung von wirksamen Grenzkontrollen.

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Kategorie: Allgemein, Gesellschaft

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