Zahlreiche Linke wollen Sarah Wagenknecht stürzen

| 27. Juli 2016 | Kommentieren

Nach umstrittener Äußerung

Bild: sahra-wagenknecht.de

Bild: sahra-wagenknecht.de

Von Torsten Müller

Berlin – Schon vor einigen Monaten hat die Linken-Bundestagsfraktionsvorsitzende Sarah Wagenknecht in der eigenen Mannschaft für großen Unmut gesorgt, als sie mit Blick auf die Kölner Ausländerkrawalle davon sprach, dass diejenigen, die hierzulande das Gastrecht missbrauchen, dieses verwirkt haben. Auch als sie darauf hinwies, dass es bei der Aufnahme von Flüchtlingen und Asylbewerbern einer Kontingentierung bedarf, erntete sie harte Kritik aus den eigenen Reihen.

Nun veröffentlichte sie nach dem Sprengstoffanschlag von Ansbach erneut eine Erklärung, die für heftigen Protest in der eigenen Partei sorgte. So sagte Wagenknecht: „Die Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass die Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger ist, als Merkels leichtfertiges ‚Wir schaffen das‘ uns im letzten Herbst einreden wollte. Der Staat muss jetzt alles dafür tun, dass sich die Menschen in unserem Land wieder sicher fühlen können. Das setzt voraus, dass wir wissen, wer sich im Land befindet und nach Möglichkeit auch, wo es Gefahrenpotentiale gibt.“

Das wollen einige Linke nun nicht ohne Konsequenzen stehen lassen. So sagte der Linken-Abgeordnete Jan van Aken: „Sie sollte zurücktreten. Es ist immer linke Position der gesamten Partei gewesen, mit Ausnahme von Sahra Wagenknecht offenbar, dass Menschen das Recht haben, vor Krieg, Gewalt und Not zu fliehen.“ Laut van Aken sei Wagenknechts Rückhalt in der eigenen Fraktion mittlerweile „sehr, sehr gering“.

Deutliche Kritik äußerte auch die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke: „Wer die Gewalttaten mit der Flüchtlingspolitik in Zusammenhang bringt, bedient rechte Forderungen und Positionen. Darüber habe ich mich sehr geärgert.“

Erneut versuchen mehrere Linke, Wagenknecht in die rechte Ecke zu drücken. Für die Linke könnte sich dies aus zwei Gründen als fatal erwiesen. Zum einen verzichten sie damit auf eine klare Positionierung zu den jüngsten Terrortaten, die faktisch nicht getrennt vom Asylzustrom gesehen werden können. Zum anderen könnten sie damit das einzige Zugpferd verlieren, das nach dem Abgang des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden Gregor Gysi noch über den Bekanntheitsgrad eines Spitzenpolitikers verfügt.

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Kategorie: Allgemein, Politik

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